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Aushängeschild First Class.

Seit neuestem gehen die Airlines davon aus, dass Passagiere von enger bestuhlten Charterflugzeugen den geringeren Fußraum in der Regel nicht als störend empfinden, weil sie meistens in Begleitung reisen. Ist der Sitznachbar ein Verwandter oder Bekannter, kompensiert die vertraute Nähe 13 Zentimeter Beinfreiheit! Dieses psychologische Phänomen gehört zu einer Vielzahl von erstaunlichen Erkenntnissen, die Klaus Brauer, Projektdirektor Airline Revenue Development bei Boeing, präsentierte. Dagegen ist man als Alleinreisender oft über Stunden hilflos seinem Schicksal ausgeliefert – wenn man z. B. einen Sitzplatznachbarn hat, der zusätzlich zum Körpergeruch auch noch mit verbalem Durchfall ausgestattet ist…

Für viele der großen Fluggesellschaften ist die First Class ein wichtiger Imageträger. Aber auch wirtschaftlich gesehen ist sie von Bedeutung: Business-Bucher und First-Class-Kunden bilden zwar nur 20 Prozent der Fluggäste, zahlen aber 80 Prozent des Umsatzes! Die Konsequenz ist eine deutliche Abgrenzung zur Business-Class in Bezug auf Platzangebot, Bordverpflegung und Service. Hier punktet die Lufthansa mit vielen cleveren Details: Ihre neuen Business-Class- Sitze bieten eine zwei Meter lange Liegefläche mit gerade mal 9 Grad Neigungswinkel. Der Sitzplatzabstand beträgt 150 cm (plus 25 % im Vergleich zur Standard-Business -Class) und der Sitz unterstützt die Lendenwirbel mit einer Massageoption. Zwischen den beiden Sitzen lässt sich eine Trennwand hochklappen und die Kopfstützen sind mit einer Nackenrolle und einer kleinenn Halogen-Leselampe ausgestattet. Bei Continental hat man sich für einen anderen Weg entschieden: Die First wurde kurzerhand mit der Business zusammengelegt. Das Ergebnis ist das Produkt BusinessFirst, das zum normalen Business-Class-Tarif gebucht werden kann. Was hier auf Langstreckenflügen geboten wird, ist beachtlich: Der Sitzkomfort ist hervorragend, die Sitze sind extrem breit, elektronisch verstellbar und mit einem Videobildschirm in der Armlehne ausgestattet. Auch gibt es ausreichend Abstellflächen für Gläser etc. Der Sitzabstand ist üppig bemessen – erst wenn man den Sitz in Liegeposition bringt, stößt man mit den Füßen an den Vordersitz an. Alles in allem: der Beweis, dass Komfort und Rentabilität einander nicht ausschließen müssen …

 
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