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Hotels buchen, Hotelpreise und Zimmerpreise vergleichen

Alles Gold, was glänzt

Dubai (rund 200.000 Einheimische, 900.000 Gastarbeiter) ist eines der besten Beispiele dieser atemberaubenden Entwicklung und auch nach dem dritten Besuch immer noch faszinierend. Der wohl bekannteste aller Emirate-Staaten bietet Sonnenschein das ganze Jahr über, ein warmes, badefreundliches Meer ohne behindernde Korallenriffe vor dem 50 Kilometer langen, breiten Sandstrand und die wohl spektakulärsten Hotels dieser Welt – das alles rund sechs Flugstunden von Europa entfernt. Gäste werden mit allen Wohltaten verwöhnt, die hier einfach selbstverständlich sind. Sie erholen sich in grandiosen Gartenarealen, baden in riesigen Poollandschaften, spielen Golf auf beispielhaften Plätzen, können jeden erdenklichen anderen Sport betreiben, profitieren von einer geradezu unvorstellbar guten Hotellerie, essen in Restaurants, die die Küchen der ganzen Welt anbieten. Alkohol ist hier auch keine Thema, Hotels und spezielle Restaurants haben eine Lizenz. Und wenn das irgendwann langweilig oder selbstverständlich wird, dann sollte der bewusste Tourist bedenken, dass sich hier vor kurzem noch eine staubige, steinige, unerträglich heiße Wüste befunden hat und sonst nichts. Alles, aber auch wirklich alles, ist durch menschliche Hand entstanden mit Hilfe von sehr viel Wasser und noch mehr Geld.

Aber es gibt ja noch viele andere Lustbarkeiten. Zum Beispiel einen Einkaufsbummel in den großen Malls, wo alle Luxusmarken dieser Welt zu relativ niederen Preisen (Stichwort keine Steuern und Zölle) angeboten werden. Die einheimischen Ladys, die man hier antrifft, sind sehr oft verschleiert, alte Damen tragen noch die goldene Gesichtsmaske. Sie beim Einkauf zu beobachten, ist interessant, das Beste vom Besten ist gerade gut genug, nur das Teuerste kommt in Frage. In traditionellen Familien bekommt das dann nur der Ehemann zu sehen, die weibliche Familie und die besten Freundinnen und wenn man sehr viel Glück hat, auch eine befreundete Ausländerin. Chauffiert werden die Damen in Limousinen mit verdunkelten Scheiben. Mehrere Autos für jede sich bietende Gelegenheit zu besitzen, ist eine Selbstverständlichkeit, immer die besten Marken, immer das neueste Modell, sehr oft Spezialanfertigungen. Der tägliche Verkehrsstau in der City ist somit eine lästige, noch nicht gelöste Tatsache, obwohl dauernd neue Straßen gebaut werden. In der „Mall of the Emirates“ steht die staunende Österreicherin dann vor einer Skipiste und sieht mit leisem Lächeln, wie sich die Söhne der Wüste im Schnee vergnügen.

Die authentischen Vergnügungen sehen aber anders aus. Ganz oben auf der Hitliste der teuersten und beliebtesten Hobbys der Einheimischen stehen Falken, die übrigens in die Flugzeugkabine mitgenommen werden. Gejagt wurde einst zu Pferd, heute eher vom speziell angefertigten Four-Wheel-Drive aus. Da fahren die jungen Burschen – der Kollege hat sich mit einem der Männer angefreundet – irgendwohin in die Wüste, hinten auf der Stange sitzen die Vögel, in vielen Schachteln rumort es geheimnisvoll. Zuerst wird eingehend telefoniert, jeder besitzt zumindest zwei Handys und benutzt sie ununterbrochen. Sie haben die Gebetsketten, die nur noch die Alten in der Hand halten, weitgehend abgelöst. Dann irgendwo „in the middle of nowhere“ der Treffpunkt. Aus den Schachteln kommen allerlei Kleintiere, die zu flüchten versuchen. Der Falke schlägt zu und das geht so weiter, bis keine Beutetiere mehr da sind. Weniger grausam und sehr typisch sind die Kamelrennen in den Wintermonaten. Die speziell gezüchteten Tiere sind Prestigeobjekte, für ihr Kraftfutter verwandeln sich weite Wüstenflächen in grüne Wiesen und Kleefelder. Trainiert werden sie von Spezialisten aus dem Ausland, geritten von leichtgewichtigen südostasiatischen Buben.

Auf der Tribüne sitzen die Scheichs auf weichen Sofas, die ausländischen Besucher haben ihre Logen und das Volk nimmt auf der Wiese Platz. Wetten sind zwar offiziell verboten, aber irgendeinen Ausweg haben sie sicher gefunden, es war nur nicht in Erfahrung zu bringen. Die Rennen selbst sind für Nichteingeweihte ziemlich langweilig, die Bahn ist sehr lang, die meiste Zeit sieht man nichts und galoppierende Kamele mit Kindern auf dem Rücken sind auch eher unschön. Pferde gehören zu den höchsten Statussymbolen in diesem Land und folgerichtig hat die Herrscherfamilie Al Maktoum die besten, schönsten und schnellsten und das sollen sie auch zeigen und sich mit anderen messen. Ein Besuchstag im März während der höchstdotierten Rennen der Welt gehört somit zu den ganz besonderen Ereignissen im Scheichtum und sollte auch von ausländischen Gästen nicht versäumt werden.

Die Strandhotels liegen rund 20 bis 30 Kilometer von der City entfernt. Orientalischen Zauber aus 1001 Nacht bietet das Royal One & Only Mirage – alle Zimmer mit größtem Luxus und Meerblick. Die City selbst ist sehenswert, auch wenn kaum mehr etwas von der Vergangenheit zu spüren ist, am ehesten noch im rührend kleinen Museum. Figurinen stehen in dunklen Kulissen und erzählen von der harten Zeit vor 60 Jahren. Auch im Souk spürt man noch ein bisschen lokales Flair zwischen Gewürzen und Spezereien mit all den fremdartigen Gerüchen inmitten der Einheimischen und Gastarbeiter. Nebenan glänzt der Goldschmuck, der dem europäischen Geschmack nicht entgegenkommt, aber für manche arabische Frauen noch immer so etwas wie eine Lebensversicherung ist.

 
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